Museum neu  

Museum neu

 

Erweiterung und Sanierung des Ferdinandeums
Blick vom Foyer in die Bibliothek, Glastrennwand gestaltet von Eva Schlegel, 2003

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In Hinblick auf die 175-Jahr-Feier des Ferdinandeums 1998 schloss Architekt Dipl.-Ing. Richard Gratl bereits 1996 eine Funktionsstudie zum Umbau und zur Sanierung des Hauses in der Museumstraße ab. Am 12. November 1997 beschloss der Tiroler Landtag die Finanzierung dieser Baumaßnahmen, am 23. März 1998 erfolgte der Spatenstich zu den neuen Tiefspeichern im Hofbereich nach den Plänen von Architekt Gratl, die Übersiedlung der Bestände war am 30. November 1999 abgeschlossen. Dieses zweigeschoßige Tiefdepot nimmt die Bestände der Vor- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen, Kunstgeschichtlichen und Graphischen Sammlungen sowie des Archivs und der Nachlässe auf. Die von Architekt Gratl konzipierte Adaptierung des Stöcklgebäudes mit neuen Werkstätten (Tischlerei und Schlosserei, Urgeschichte, Gemälde- und Papierrestaurierung) brachte einerseits verbesserte Arbeitsbedingungen, andererseits die Voraussetzung zum weiteren Projekt der Erweiterung und Sanierung des Hauses, zumal nun der gesamte Bestand an Objekten in den neuen Depots zwischengelagert werden konnten.

 

In einem Architektenwettbewerb am 1. und 2. Juli 1998 wurde das Projekt des Kufsteiner Architektenbüros Adamer und Ramsauer mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Am 21. Juli 1998 erfolgte der Beschluss zur Realisierung dieses Projektes. Nutzergespräche hatten dann eine wesentliche Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes und damit zusätzliche Finanzierungskosten zur Folge. Am 7. Februar 2001 erfolgte die Freigabe zum Bau durch Landeshauptmann Dr. Wendelin Weingartner, und das Bauvorhaben konnte mit einer neuerlich erforderlichen Erhöhung der Finanzmittel und mit Hilfe vieler Sponsoren im Jahre 2003 abgeschlossen werden. Am 13. Mai 2003, am 180. Geburtstag des Ferdinandeums, erfolgte die Eröffnung des Hauses unter der Patronanz von Landeshauptmann DDr. Herwig van Staa sowie von Vorstand Univ.-Prof. Dr. Josef Riedmann und Komm.Rat Dkfm. Dr. Hubert Klingan als Vorsitzenden des Bauausschusses.

 

Der Altbau wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Tirol (Dipl.-Ing. Werner Jud), innen und außen renoviert und mit neuer Licht-, Sicherheits- und Klimatechnik ausgestattet. Der Erweiterungsbau schließt die Seitenflügel hofseitig mit einem Quertrakt mit insgesamt 2.250 m² mehr an Nutzfläche. Das zweite Untergeschoß nimmt die Haustechnik und den Bücherspeicher auf. Im ersten Untergeschoß werden die Bestände der Vor- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Sammlungen, erweitert auch im Untergeschoß des Altbaues, präsentiert, und die Bibliothek erhielt einen weiterer Bücherspeicher im Altbau. Das Erdgeschoß nimmt das großzügige Foyer und einen Veranstaltungsraum für Konzerte und Präsentationen, die Bibliothek mit dem Lesesaal, den Museumsshop und das Café auf. Im ersten Obergeschoß werden auf der Mezzaninebene Sonderausstellungen und vertiefende Präsentationen von Museumsbeständen veranstaltet; im Altbau präsentieren sich die Schausammlung von der Romanik bis zur Renaissance und die Niederländer-Galerie. Der Südgang wird temporär zu einem Licht- und Klanginstallationsraum. Das eingeschobene Geschoß im Neubau, die Art Box, ist Sonderausstellungen vorbehalten. Im zweiten Obergeschoß des Altbaues setzt sich die Schausammlung mit der Zeitspanne vom Barock bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fort. Es beherbergt auch den Musikinstrumenten und den Graphischen Sammlungen gewidmete Räume. Im dritten Obergeschoß des Neubaues befindet sich die Moderne Galerie und das angeschlossene Studio aktuell. Das Ferdinandeum ist seinem inhaltlichen Programm treu geblieben, hat aber neue Akzente in der themenbezogenen Präsentation gesetzt.