Zelt-Olive  

Zelt-Olive

 

Oliva porphyria - Meeresschnecke (Panama) aus der Molluskensammlung von Professor Carl Biasioli (Bozen 1854-1925 Innsbruck)
10,5 cm

Naturwissenschaftliche Sammlungen, Inv.-Nr. Molluskensammlung

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Die abgebildete Meeresschnecke ist eines der auffälligsten und farbenprächtigsten Schaustücke der Molluskensammlung und beweist, dass die Exoten schon immer begehrte Sammlertrophäen waren. Auch heute rufen sie bei Liebhabern leider immer noch mehr Begeisterung hervor als die kleineren und unscheinbareren "Europäer".

 

Schulrat Carl Biasioli war Schüler und Freund des Telfer Franziskanerpaters und Direktors des Franziskanergymnasiums in Bozen Vinzenz Maria Gredler (Telfs 1823-1912 Bozen). Er war ein begeisterter und gründlicher Sammler und in stetiger Verbindung mit zahlreichen Malakologen, darunter mit Stefan Clessin, dem Autor der berühmten "Mollusken-Fauna - Österreichs - Ungarns und der Schweiz", erschienen im Verlag Bauer und Raspe, Nürnberg, 1887.

 

Carl Biasioli sind viele neue Fundorte zu verdanken, die er aber niemals veröffentlichte, wie er auch sonst leider keine Publikationen verfasste.

 

Seine Sammlung bildete mit über 1300 Arten von Binnen- und Meeresmollusken zusammen mit der Sammlung Handel-Mazzetti (1883-1963) (ca. 300 Arten) den Grundstock einer inzwischen besonders durch Familie Nisters und weitere Schenkungen, wie durch Dr. Alois Kofler, Lienz, das Franziskanergymnasium Hall (Belege der Sammlung Gremblich, Westerlund, Clessin etc.), das Seminar Johanneum Dorf Tirol (Belege der Sammlung Schrott) und das Vinzentinum Brixen (Belege der Sammlung Wiedemayr, Kartitsch, und Hemphill, Kalifornien) etc. weiter ausgebauten und beachtenswerten Sammlung. Ohne das Material Biasiolis würde vermutlich bis heute keine Sammlung existieren.

 

Die Sammlung umfasste damals schon fast alle Arten der heimischen Land- und Süßwassermollusken von den kleinsten, nur wenige Millimeter großen Arten bis zu den großen Helix-Arten und bildet somit gute Vergleichsmöglichkeiten zur heutigen Fauna. Daneben enthält sie Belegmaterial aus den Gebieten der Tiroler Franziskaner-Missionare sowie viele und teilweise auffällige marine Gehäuse aus dem Mittelmeer und den Weltmeeren.

 

Josef Biasioli brachte seinem Vater Belegmaterial aus dem deutsch-italienischen Kriegsgebiet um den Monte Pasubio aus den Jahren 1917 und 1918 mit. Die Sammlung wurde 1952 von DDr. Josef Biasioli dem Museum zunächst als Leihgabe zur Verfügung gestellt und von dessen Witwe Frau Frieda Biasioli 1969 in eine Schenkung umgewandelt.


Literatur
Hermann Riezler, Die Molluskenfauna Tirols, in: Veröffentlichungen des Museum Ferdinandeum in Innsbruck 9 (1929) 1-215.

 

Helmut Nisters