Die Zeitschrift des Ferdinandeums  

Die Zeitschrift des Ferdinandeums

 

1) Beiträge zur Geschichte, Statistik, Naturkunde und Kunst von Tirol und Vorarlberg 1 (1825) - 8 (1834). -
2) Neue Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg 1 (1835) - 12 (1846) [s. Abbildung unter Chronik 1835]. -
3) Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg. 3. Folge 1 (1853) - 60 (1920). -
4) Veröffentlichungen des Museum Ferdinandeum in Innsbruck 1 (1922) - heute (aktueller Titel: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum) [s. Abbildung unter Chronik 1922]

Bibliothek, Inv.-Nr. ohne Signatur

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In einer vereinseigenen Zeitschrift sah man schon 1823 eine Möglichkeit, zur "fortschreitende[n] Bildung der Nation" beizutragen, das "gemeinschaftliche Interesse für das gemeinschaftliche Vaterland" zu wecken und zu beleben (JB 1824, 23), denn "unverkennbar groß ist der Nutzen, welcher dadurch den Wissenschaften und Künsten erwächst, noch größer aber der, welcher für die Nation daraus hervorgeht. Durch die vaterländische Geschichte lernt sie sich selbst achten, und wird diese Achtung treu bewahren; durch die Statistik und Naturkunde lernet sie sich selbst kennen, und wird diese Kenntniß benützen." Dabei hatte man in Tirol kaum Erfahrung im Umgang mit Zeitschriften: Der "Sammler", das wiederholt genannte Vorbild, ist die zehnte der insgesamt für Tirol nachweisbaren. Im Aufruf zur Subskription werden die Vorteile einer Zeitschrift explizit angesprochen: " Junge, oder mit häuslichen oder mit Amtsgeschäften überladene Männer wagen sich selten an das Lesen gelehrter Werke, während sie Zeitschriften, welche sie auf manigfaltige Weise anreitzen, begierig aufsuchen, sich daran ergötzen, und ihre Kenntnisse erweitern. Erstere finden darinnen Geistesprodukte vom beschränkteren Umfange, deren Bearbeitung ihre Kräfte nicht übersteiget, sie fühlen sich ihnen gewachsen, versuchen sich daran, und werden brauchbare Mitarbeiter; letztere können Vieles und Gutes auf diese Art leisten, da es ihnen zu derley Arbeiten an Zeit nicht gebricht."

 

Vor allem aber ermöglichte eine Vereinspublikation, mit anderen Institutionen in Schriftentausch zu treten, was bei dem allgemein attestierten hohen Niveau der Ferdinandeumszeitschrift ein leichtes war, und so den eigenen Bestand zu erweitern. Bereits die "Beiträge" gingen im Tausch nach Prag (JB 1829, 28) und ab 1834 nach Bologna. In vollem Umfang setzte der Schriftentausch mit der "Neuen Zeitschrift" ein. Nach deren Ende schickte man Partnern wie Mitgliedern auf Ferdinandeumskosten hergestellte Lithographien zu. Die "Zeitschrift des Ferdinandeums" kam 1852, mit dem Impressum 1853, heraus, dafür gleich das "erste, zweite und dritte Heft" auf einmal, hatte man doch ein gewichtiges Manuskript zur Veröffentlichung gewinnen können, "Tirol im Jahre 1809. Nach Urkunden dargestellt" von Dr. Joseph Rapp, für das man dem Autor ein Honorar von 600 fl. bezahlt hatte (MA 1852, 298). Schon früher wurde vereinzelt das Entstehen von Arbeiten für die Museumszeitschrift finanziell gefördert. Honorare dürften nicht ausbezahlt worden sein.

 

Bis heute erscheinen die "Veröffentlichungen" jährlich und mit tirolspezifischem Inhalt. Die Zahl der Tauschpartner beträgt über 350.


Der Vorläufer der "Beiträge": Der Sammler für Geschichte und Statistik von Tirol, 1806-1809



Literatur
Der Text wurde gekürzt (zugleich aber auch ergänzt) aus: Ellen Hastaba, Die Ferdinandeumszeitschrift als Tauschobjekt - Bestandserweiterung durch Schriftentausch. In: Die Bibliothek des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Die Geschichte ihres Bestandes. Ihre Funktion als Museums- und Tirolensienbibliothek. 1823-1900, bibliothekarische Hausarbeit (Innsbruck 1997) 107-126 (s. dort auch die entsprechenden Zitatnachweise).

 

Ellen Hastaba