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Vertreibung aus dem Paradies, um 1822/23
Joseph Anton Koch (Obergiblen bei Elbigenalp 1768-1839 Rom) Bleistift, 190 x 228 mm Graphische Sammlungen, Inv.Nr. K 56
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Joseph Anton Koch hat zeit seines künstlerischen Schaffens immer wieder Illustrationen zu den unterschiedlichen Themenkreisen des Alten und Neuen Testaments gezeichnet. Die Themen der Bibel waren ihm dabei von frühester Jugend an vertraut.
Es ist anzunehmen, dass die in Bleistift ausgeführte Zeichnung mit der "Vertreibung aus dem Paradies" als Vorlage für eine geplante Bibelillustration bestimmt war. Sie weist eine in sich abgeschlossene Komposition auf und zeigt, dass der Künstler neben der Landschaft auch das Figurenbild beherrschte. In einem Brief vom 18. April 1846 an den Verwaltungsausschuss des Ferdinandeums (MA 1846, 63) schrieb der Maler Gebhard Flatz über Kochs Zeichnungen: "Mehrere dieser Zeichnungen sind wirklich im Raffaelschen Geiste aufgefaßt und komponirt (sic!), und doch dabei nicht nachgeahmt, sondern originell u. individuel (sic!) geschaffen."
Bestärkt in der Auseinandersetzung mit biblischen Stoffen wurde Koch durch die seit 1810 in Rom lebenden Nazarener, die sich, angeregt durch Friedrich Overbeck, als gemeinsame Aufgabe die Illustration einer Bibel vorgenommen hatten. Zu diesem Zweck wurde im April 1820 ein Künstlerverein gegründet, in dem monatlich mehrere Male die Entwürfe für die gemeinsame Arbeit besprochen wurden. Seit 1821 war auch Koch, der sich bereits seit 1817 in den "Sonntagsgesellschaften" bei Overbeck mit biblischen Themen beschäftigte, Teilnehmer und Mitarbeiter bei diesen Zusammenkünften. Koch nahm in dieser Zeit die bereits um 1800 entstandenen Themenkreise der Geschichte Abrahams und der Geschichte Noahs wieder auf. Dazu kamen nunmehr die Geschichte der ersten Menschen und die Lebensgeschichte Christi hinzu.
Die Zeichnung wurde 1846 mit 29 anderen Bibelillustrationen und Entwürfen aus dem Nachlass des Künstlers erworben (EB 1846, 12. Dezember, Nr. 12-41 bzw. JB 1846, 19). Nach dem bereits erwähnten Schreiben von Gebhard Flatz aus Rom hat der damalige Kustos der Sammlungen, Alois Flir, die für das Ferdinandeum gewünschten "30 Blätter Original-Handzeichnungen, Gegenstände aus dem Alten und neuen Testament" ausgewählt. Von diesen sind "17 mit Bleistyft schattirt (sic!) u. ganz vollendet, 13 aber entworfen u. theils mit der Feder theils mit Bleistift".
Als väterlicher Freund für die in Rom weilenden Tiroler Künstler und Stipendiaten stellte Koch für diese nicht nur einen wichtigen Bezugspunkt dar, sondern hat auch deren künstlerische Entwicklung entscheidend mit geprägt. Damit gehören Kochs Zeichnungen neben seinen Gemälden mit zu den herausragenden Beständen der Graphischen Sammlungen des Ferdinandeums.
Zu Joseph Anton Koch siehe unter anderem auch unter 1836 und 1873
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Joseph Anton Koch (1768-1839), Die Sintflut Graphische Sammlungen, Inv.Nr. K 57
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Literatur
Otto Lutterotti, Joseph Anton Koch 1768-1839. Leben und Werk (Wien 1985) 338-339, Z 344. - Künstler, Händler, Handwerker. Tiroler Schwaben in Europa, Katalog Tiroler Landesausstellung Reutte 1989 (Innsbruck 1989) 322, Kat.Nr. 10.25, mit Abb.
Günther Dankl
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